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Billard Karambol - Dreiband - Weltmeisterschaft für Nationalmannschaften - Viersen (GER)

COKLU/Cenet (Türkei) neuer Team Weltmeister 2019

Gepostet von am 17. März 2019

COKLU/Cenet (Türkei) neuer Team Weltmeister 2019

Kozoom Studio
Lütfi Cenet und Murat Naci Coklu halten voller Stolz die türkische Fahne nach ihrem WM-Sieg

VIERSEN - Murat Naci Coklu und Lütfi Cenet aus der Türkei sind neuer Mannschaftsweltmeister im Dreiband. In Viersen besiegten sie die Niederlande am Nachmittag deutlich mit 40:22 in 17 Aufnahmen. Das Duo aus der Türkei war auch in der Gesamtbetrachtung die klar beste Mannschaft und spielte in der KO-Runde in drei Begegnungen 1,967 Mannschaftsdurchschnitt. Gleichzeitig ist die Türkei damit die Nation, die als einzige sowohl in der klassischen Mann-gegen-Mann Variante, als auch im Scotch Double Weltmeister werden konnte.

Das Finale war über fast die gesamte Partie eine einseitige Angelegenheit. Nach 7 Aufnahmen stand es 8:6 für die Türkei, bevor das Endspiel Fahrt aufnahm. Zunächst griffen die neuen Weltmeister mit einer 6er Serie an und bauten den Vorsprung bis zur Pause auf 22:12 aus. Direkt nach der Pause folgte dann eine 8er Serie, die schon eine Vorentscheidung war. Nach 17 Aufnahmen war das Endspiel vorbei und die Türkei wurde nach der Bronzemedaille im letzten Jahr nun neuer Weltmeister.

Im Scotch Double selbst wird es nun keinen weiteren Titelträger mehr geben, denn seit gestern ist bekannt, dass das Scotch Double als Team-Variante der Vergangenheit angehört. Ab dem kommenden Jahr wird wieder im traditionellen System Mann-gegen-Mann gespielt. Die Funktionäre folgten damit nicht nur einem Wunsch der Spieler, sondern reagierten auch auf die geringerer Zuschauerresonanz, die auf das Spielsystem zurückgeführt wurde. Obwohl Einzelheiten noch nicht bekannt sind, kann man davon ausgehen, dass im nächsten Jahr wieder vier Billardtische die Festhalle füllen und wir vielleicht auch ein Comeback von Schweden, Spanien und Italien erleben. Ob wieder auf 24 Mannschaften erhöht wird, ist ebenfalls noch nicht bekannt.

In einer nüchternen Analyse über das Scotch Double muß an festhalten, dass es speziell 2019 diverse sehr spannende Partien gab. Dazu zählen insbesondere die beiden Halbfinals.

NIEDERLANDE - BELGIEN 40:37 in 26 Aufnahmen

Mit einem ungeheuren Kraftakt gewann die Niederlande dieses Prestige-trächtige Duell gegen die Nachbarn aus Belgien. Der Start ins Match gehörte Caudron/Merckx, die mit Leichtigkeit bis zur 7.Aufnahme mit 20:7 davonzogen. Dann ging es in die Pause und es dauerte bis zur 13.Aufnahme und dann hatte die Niederlande den Anschluß zum 24:23 erreicht. Dann waren die Belgier wieder an der Reihe, die mit Eddy Merckx relativ viel Pech hatten. Wieder zogen sie auf 33:24 davon. In der 18.Aufnahme schlug die Niederlande dann zu und spielte mit 12 Punkten die höchste Serie des Turniers. Ab da wurde es eine nervöse Abwehrschlacht, die erst in der 26.Aufnahme durch die Niederlande ihr Ende fand.

TÜRKEI - KOREA 40:39 in 20 Aufnahmen

Korea gehörte in diesem Match die erste Hälfte. Mit 22:13 in 7 Aufnahmen ging es in die Pause. Nach 2 Fehlaufnahmen für die Türkei und einer weiteren 6er Serie für Korea stand es nach 9 Aufnahmen 28:13. Dann kam das Duo Coklu/Cenet. In den nächsten 5 Aufnahmen gelangen ihnen 20 Punkte und sie übernahmen mit 33:32 die knappe Führung. Korea hörte dann in der 16.Aufnahme als erstes Team die Ansage „Noch 3“, doch sie mussten an die Türkei abgeben. Das koreanische Drama begann dann in der 19.Aufnahme. Beim Stand von 39:39 hatte Haeng-Jik Kim den Matchball und verpasste ihn um Haaresbreite. Lütfi Cenet übernahm eine machbare Position und verwandelte nun den letzten Ball. Nun musste Jae-Ho Cho nur noch den Nachstoß bringen, um in die Verlängerung zu kommen. Und er machte ihn zu kurz!!! Der Jubel bei Lütfi Cenet kannte keine Grenzen. Er sprang vom Stuhl in die Luft und umarmte später seinen Mannschaftskameraden Murat Naci Coklu. Korea war geschlagen, der Titelverteidiger damit raus.

Kommen wir noch einmal zurück zur Analyse des Spielsystems. Natürlich ist das Scotch Double in keinster Weise mit einer Einzelpartie im Dreiband zu vergleichen. Und ein neues Spielsystem einzuführen, dass eine 30jährige Tradition bei der Team-WM ablöst, dauert halt auch etwas. Man sollte aber auch ehrlich sein und wenigstens erwähnen, dass die Zuschauer in Viersen immer auch kamen, um das deutsche Team zu sehen. Egal in welchem System. Und da muß man feststellen, dass das deutsche Team in den letzten drei Jahren nie einen Finaltag erlebt hat. In diesem Jahr war sogar schon am frühen Freitagabend die WM vorbei. Man darf hoffen, dass wir, wenn wir nun zum alten System zurückkehren, nie erfahren werden, wie ein Samstag und Sonntag ohne deutsche Beteiligung im klassischen System besucht wird. 

Das Scotch Double wird nun in Brandenburg seinen letzten Auftritt haben. Dort werden wir unter anderem zwei deutsche Mannschaften sehen. Das A-Team wieder mit Martin Horn und Ronny Lindemann, das B-Team mit einer jungen, frischen Mannschaft aus Dustin Jäschke und Lukas Stamm. 

Mit der Türkei hat ein Team die Weltmeisterschaft gewonnen, die über die gesamte Turnierdauer auf hohem Niveau gespielt haben. Eine ganz schlechte Partie hatten sie nie dabei, sieht man mal von dem 32 Aufnahme Auftaktmatch gegen Peru ab. Deutschland bezwangen sie gekonnt in 22 Aufnahmen mit 40:21 und im letzten Gruppenspiel, dass für sie eigentlich nicht mehr entscheidend war, hätten sie wohl gern Deutschland geholfen, aber der wichtige Ausgleich im Nachstoß wollte nicht gelingen. Kolumbien blieb damit die einzige Mannschaft, die der Türkei eine Niederlage beibrachte. 

Der deutschen Mannschaft ist dringend eine Videoanalyse zu empfehlen. Dabei sollte es nicht nur um die Qualität am Tisch gehen, sondern auch um die nüchterne Betrachtung der Ausstrahlung. Gefährlich waren Horn/Lindemann nie! Und auch absolute Entschlossenheit sieht tatsächlich anders aus. Daran muß gearbeitet werden. Man kann beiden abnehmen, dass sie ihre Stärken kennen und selbstbewusst sind, aber warum sieht man das nicht, verdammt noch mal!!! Ein Weltcupsieger, der kurz davor ist, in die Top20 der Welt zu stürmen und ein Spieler, der in den verschiedenen Ligen schon alle Weltklassespieler geschlagen hat und dabei schon in Richtung 1,5 GD tendiert, solche Granaten dürfen nicht so traurig daher kommen, wie es in Viersen der Fall war.

Nun ist Christian Rudolph gefragt. Er hat große analytische Fähigkeiten und kann es schaffen, bis zur EM in Brandenburg aus dem geschlagenen A-Team einen Medaillenkandidaten zu formen, denn das sollten sie auf jeden Fall sein!

Das Podium der 33.Team-WM in Viersen

Murat Naci Coklu und Lütfi Cenet nach dem Halbfinalsieg gegen Korea

Silber für die Niederlande mit Dick Jaspers und Raimond Burgman

Bronzemedaille für Titelverteidiger Korea und Belgien

Das Endspiel zwischen der Türkei und den Niederlanden

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