Nachrichten Billard Karambol

 

Billard Karambol - Dreiband - UMB News

Farouk Barki: "Keine Sorge um unsere Zukunft!"

Gepostet von am 17. März 2019

Farouk Barki: "Keine Sorge um unsere Zukunft!"

Kozoom Studio
UMB-Präsident Farouk Barki: "Unser Sport darf nicht der Verlierer sein. Die Tür ist weiterhin offen."

VIERSEN - Das Jahr 2019 begann für Farouk Barki, den Präsidenten des Weltbillardverbandes UMB, mit einer turbulenten Zeit und erst so langsam klärt sich der Himmel auf. Die Gerüchte über eine spektakuläre Trennung der Spitzenspieler nach der Ankündigung der koreanischen Organisation PBA (Professional Billiards Association, von Kimchi, Bravo & New ins Leben gerufen) sind weniger besorgniserregend als erwartet. Die UMB mit ihren Spielern auf der ganzen Welt wird in den nächsten Monaten nicht von ihren Regeln, ihrer Strategie und Planung abweichen. Zwei Spieler (die Belgier Frederic Caudron und Eddy Leppens) aus den Top20 der Welt haben offiziell angekündigt, dass sie die UMB verlassen werden. Farouk Barki hat keine Befürchtungen, dass noch weitere folgen werden. „Ich freue mich sehr, dass fast alle Spieler der Weltspitze ihr Vertrauen in die UMB zum Ausdruck gebracht haben.“

KOZOOM traf den Präsidenten der UMB während der Team-WM in Viersen zu einem Interview. Die wichtigste Neuigkeiten zu dem Turnier selbst: Das Scotch Double-System wird im nächsten Jahr verschwinden. Die Spieler werden in den Vorrunden und den KO-Spielen wieder in Einzelpartien gegeneinander antreten. Barki: „Nur wenn Partien in der KO-Runde unentschieden enden, wird es einen Entscheidungssatz geben. Dieser wird dann im Scotch Double ausgetragen."

Der 71-jährige Ägypter, der die UMB führt, gibt zu, dass er selbst einen schwierigen Start in das Jahr 2019 hatte. Aufgrund der vielen Turniere im Jahr auf der ganzen Welt, den vielen Verhandlungen und Meetings ist Barki mindestens fünf bis sechs Monate im Jahr nicht zu Hause. „Ich hoffe, dass das Reisen jetzt etwas weniger wird, da Herbert Thür aus Österreich unser neuer Sportdirektor ist. Er wird viele Aktivitäten übernehmen. Persönlich fühle ich mich gesund, fühle viel Vertrauen in den UMB Vorstand. Um die aktuelle Situation machen wir uns keine Sorgen. Die UMB wird immer stärker.“

KOZOOM/FRITS BAKKER: Der UMB-Vorstand traf sich in diesen Tagen in Viersen zweimal, einzeln und zusammen mit der CEB (Europäischer Verband), um über den Sportkalender, die finanzielle Zukunft der Spieler und weitere Punkte zu diskutieren. Was sind ihre Erwartungen für dieses Jahr?

FAROUK BARKI: Bei den Sportkalender ging es vor allem um die drei nächsten Weltmeisterschaften. In diesem Jahr findet die WM ja in Randers (Dänemark) statt, nächstes Jahr in der Türkei, wobei dort der Standort noch nicht bekannt ist. In zwei Jahren sind wir dann in La Baule, aber an einem anderen Veranstaltungsort, als bei den Weltcups zuletzt. Der Vertrag mit Eurosport wurde diskutiert und ist für unseren Sport enorm wichtig. Wir sind in Korea sehr stark, nachdem wir einen Vertrag mit der koreanischen Föderation (KBF) verhandelt haben. Wir sind überzeugt, dass wir das Preisgeld für die Spieler weiter erhöhen werden. Vor zwei Jahren hatten wir 200.000 bis 300.000 Euro pro Jahr, dieses Jahr sind es mehr als 1,5 Millionen Euro. Es wird für die Spieler jedes Jahr besser, aber in allen Sportarten stehen die besten Sportler auch in der Geldliste ganz oben. Wer viel gewinnt, verdient mit seinem Sport viel. Die besten Spieler der Welt können jetzt sehr gut vom Billard leben, viel besser als noch vor einigen Jahren.

KOZOOM/FB - Die Meetings sollten hauptsächlich auch die aktuelle Situation mit der neuen PBA-Organisation besprechen?

FAOUK BARKI - Ja, natürlich haben wir das ausführlich besprochen. Wir warten nun, was in den nächsten zwei Monaten passiert. Die PBA hat bekannt gegeben, dass ihr erstes Turnier im Juni stattfinden soll. Ich weiß nicht, wer dort spielen wird und welche Spieler danach gesperrt werden. Die Gerüchte über eine lebenslange Sperre sind Unsinn. Gemäß unseren Regeln wird ein Spieler, der an einem Turnier einer anderen Organisation teilnimmt, für ein Jahr gesperrt. Zwei Turniere bedeuten zwei Jahre Sperre, drei Turniere bedeuten drei Jahre, aber das ist das Maximum. Ich weiß wirklich nicht, wer die Gerüchte verbreitet hat, aber mehr als drei Jahre Strafe stehen nicht im UMB-Reglement. 

KOZOOM/FB - Was erwarten Sie nun in den nächsten Monaten und dem angekündigten Wechsel von Spielern?

FAROUK BARKI - Wir werden es erst wissen, wenn die neue Turnierserie startet. Wir warten ab und werden es dann sehen, was passiert. Ich habe keine Angst, dass wir die Weltspitze verlieren werden, im Gegenteil… außer Frederic Caudron werden wir sie alle behalten. Nachdem ich nun alle möglichen Nachrichten gelesen habe, lautet meine wichtigste Frage: Warum wollen alle koreanischen Spitzenspieler, die in Korea leben, weltweit bei den großen UMB-Turnieren mitspielen? Und warum wollen fünf, höchstens 10 Europäer, die außer Caudron und Leppens vor allem Spieler um den 50.Platz in der Weltrangliste sind, aus persönlichen Gründen der PBA beitreten und nur in Korea spielen? Ich weiß es nicht und niemand kann mir das beantworten. Nach all den Bemühungen der UMB für die Spieler kann ich nicht verstehen, dass sie uns nun verlassen.

KOZOOM/FB - Gibt es noch eine Chance mit den Parteien zu sprechen? Können wir auf einen Kompromiss hoffen, der beide Organisationen an einem Tisch zusammenbringt?

FAROUK BARKI - Ich würde es gerne tun, weil ich natürlich nicht glücklich bin, wenn ein Spieler wie Caudron, einer unserer langjährigen Spitzenspieler, uns verlassen wird. Es besteht kein Zweifel: Für unseren Sport wäre es am besten, wenn die Spieler unter dem Dach der UMB bleiben. Wenn wir das nicht schaffen, ist der Sport selbst der große Verlierer. Ich bin offen für neue Verhandlungen, aber die erste Voraussetzung ist, dass sie unseren Sportkalender respektieren. Wir haben Verpflichtungen gegenüber unseren Konföderationen und Verbänden. Der Kalender bietet nur Platz für vielleicht vier oder fünf Turniere. Wenn diese Bereitschaft da wäre. gibt es sicherlich auch eine Lösung, über die wir sprechen können.

KOZOOM/FB - Überrascht es sie, dass in den letzten Tagen einige weitere Europäer ihren Wechsel bekannt gegeben haben? Wir wissen nun von Javier Palazon, Glenn Hofman und Jean-Paul de Bruijn.

FAROUK BARKI - Das sind hauptsächlich Spieler, von denen wir das erwartet haben, weil sie von Kimchi gesponsert werden. Und vielleicht ist auch einer dabei, der dadurch die Möglichkeit sieht, mehr Geld zu verdienen. Ich bin glücklich über die Spieler, die nach einigen Jahren zurück im Weltcup sind, wie zum Beispiel Martin Horn und Dion Nelin. Sie haben die Entwicklungen der UMB gesehen und nun die Möglichkeit, mehr Geld zu verdienen. Die Spieler, die nach Korea gehen und weit von den Top20 entfernt sind, möchten jetzt mehr Geld verdienen, ohne ihr Niveau zu verbessern. Die nahe Zukunft wird zeigen, wer recht hat.

Zurück zu allen Nachrichten

Kommentare

Posten Sie als Erstes einen Kommentar

Poste neuen Kommentar

Einloggen oder jetzt registrieren um einen Kommentar zu hinterlassen

Forgot your password?

Sie haben noch keinen Account?

Jetzt kostenlos anmelden um Kommentare zu schreiben, deine Fotos hinzuzufügen, im Forum teilzunehmen und den exklusiven Newsletter zu erhalten.

Dann kannst du einen Premium Pass für vollen Live- und Video-Zugang erhalten.

Kozoom beitreten