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Billard Karambol - Dreiband - Finale Coupe d'Europe - Porto (POR)

Jubel und Freudentränen nach Porto Triumph

Gepostet von am 12. Juni 2017

Jubel und Freudentränen nach Porto Triumph

kozoom
Jorge Alipio, der Präsident des FC Porto mit dem Pokal und seinen Helden. Der emotionalste Moment in diesem Jahr

PORTO - Es ist 17:55 Uhr in Porto, als Joao Pedro Ferreira den Matchball gegen Gökhan Salman verwandelt und damit zum neuen Helden des FC Porto wird. Mit diesem Sieg an Platz 4 führt der FC Porto uneinholbar vor seinem Endspielgegner, dem Titelverteidiger Gaziantepspor, sodass die noch laufende Partie zwischen Rui Manuel Costa und Can Capak abgebrochen wird.

Wer jetzt noch behauptet, beim Billard gebe es keine Emotionen, wurde genau zu diesem Zeitpunkt auf rührende Art und Weise eines besseren belehrt. Unfassbarer Jubel auf den Rängen, weinende erwachsene Männer und immer wieder Porto-Rufe. Die Szenen, die sich rund um die vier Billards abspielten, kennt man sonst nur vom Fußball. Bei genau diesem Sport bleibt der große europäische Titel dem FC Porto allerdings seit Jahren versagt.

Die Dramaturgie des Finals:

Die Ausgangslage des Endspiels war nicht kompliziert. Der türkische Express mit Tasdemir, Coklu, Capak und Salman war von der Ausgangssituation stärker besetzt. Beim FC Porto hoffte man in erster Linie auf das Weltmeister-Duo Dani Sanchez und Torbjörn Blomdahl. Die beiden sollen gewinnen, Ferreira und Costa soviel Punkte sammeln, dass es für den Titel reicht. 

Drei Partien verliefen dann vollkommen ausgeglichen bis zur Pause. Lediglich Blomdahl geriet schnell in einen Rückstand und stand gegen Coklu praktisch von Beginn an auf verlorenem Posten. Zwischen den beiden Topspielern, Tasdemir und Sanchez, ging es nach der Pause so richtig los. Nach 13 Aufnahmen hatte sich der Spanier eine kleine Führung von 23:19 erarbeitet, als er zum großen Schlag ausholte. Eine 12er Serie zerstörte die letzten Siegchancen von Tasdemir und nach 17 Aufnahmen war das erste Match des Finals um den Europapokal vorbei. Sanchez brachte Porto mit (40:26) 14 Punkten Vorsprung in Führung. 

Torbjörn Blomdahl mühte sich am Nebentisch vergebens und seine beiden Mannschaftskameraden an Platz 3 und 4 versuchten den Anschluß an ihre Gegner zu halten. Nach 28 Aufnahmen beendete Coklu das, für Blomdahl grausame, Match. Blomdahl blieb bei 22 Punkten stehen. Der Vorsprung von 14 Punkten war plötzlich ein 4-Punkte Rückstand. 2:2 nach Matchpunkten und Vorteil für Gaziantepspor. Zudem führte Capak mit 8 Punkten gegen Costa und Salman war ebenfalls noch in guter Position gegen Ferreira. Nun konzentrierte sich alles auf die beiden verbleibenden Partien. Jeder Ball wurde bejubelt und mit diesem Rückenwind gewannen die Portugiesen die Oberhand über ihre Gegner. Der erste war Rui Manuel Costa, der beim Stand von 22:30 10 Punkte in Serie spielte und damit den Rückstand ausglich. Als er seine 10er Serie beendete, war sein junger Kollege Ferreira am Nebentisch gerade bei seiner Schlußserie. Ferreira führte leicht mit 30:25 in 22 Aufnahmen, als ihm Punkt um Punkt gelang und er erst aufhörte, als das Match vorbei war. 40:25 in 22 Aufnahmen. Die Spieler des FC Porto lagen sich augenblicklich in den Armen. Das Match zwischen Costa und Capak wurde abgebrochen und von den Rängen stürmten die Fans auf das „Spielfeld“ mit den vier Tischen.

Der FC Porto hat nach mehreren zweiten und noch mehr dritten Plätzen nun endlich den wichtigsten europäischen Titel im Billard gewonnen. Es war kein leichter Durchmarsch, sondern harte Arbeit, begleitet von Rückschlägen, aber vor allem Kampfgeist, der am Ende belohnt wurde. Es gab im gesamten Feld keinen einzigen Spieler, der alle seine Partien gewinnen konnte. Dani Sanchez, der aktuelle Weltmeister und Held in Porto, gewann vier von fünf Spielen. Er verlor im Halbfinale gegen Dion Nelin mit 40:26 in 13 Aufnahmen. In diesem Match gab es den wohl kuriosesten Moment des gesamten Wochenendes. Sanchez führt mit 24:19 in 12 Aufnahmen. Nelin betritt den Tisch und holt zu einer mächtigen Serie aus. Es geht immer weiter, so als ob er nicht mehr aufhören könnte. Als er den 16.Punkt verwandelt, setzt er sich plötzlich hin. Was war passiert? Dion Nelin hatte sich geirrt. Er war der Meinung, dass er 24 Punkte hätte und das Match durch seine Serie nun vorbei wäre. Wenige Sekunden später bemerkte er den Irrtum, stand wieder auf, verzichtete auf ein Time-Out und löste auch noch die restlichen 5 Punkte der 21er Schlußserie. Der Däne ist nach wie vor ein Mann mit Stahlseilen, wo andere Nerven haben. Sein Team BK Gröndal wurde gemeinsam mit dem französischen Team CetSi Morangis Dritter im Feld der acht Teams.

Die höchste Serie von 21 Punkten und der beste GD (2,242) gehörte Dion Nelin. Das beste Einzelmatch gelang Tayfun Tasdemir, der Nelin im Gruppenspiel mit 40:28 in 11 Aufnahmen (3,636) besiegte.

GD-Rangliste Platz 1-Spieler:
Jef Philipoom (Deurne) 83% 1,818
Dani Sanchez (Porto) 80% 1,957
Dion Nelin (Grondal) 75% 2,242 (Höchste Serie 21)
Eddy Merckx (Morangis) 75% 1,667
Tayfun Tasdemir (Gaziantepspor) 40% 1,416 (Bester Durchschnitt 3,636)
Murat Celik (Gunduz) 33% 1,426
Glenn Hofman (Buffalo) 0% 1,129
Brian Hansen (Varde) 0% 1,125

GD-Rangliste Platz 2-Spieler: 
Murat Naci Coklu (Gaziantepspor) 100% 1,694 
Torbjörn Blomdahl (Porto) 60% 1,752
Eddy Leppens (Morangis) 50% 1,930
Tonny Carlsen (Grondal) 50% 1,326
Tolgahan Kiraz (Gunduz) 33% 1,532
Michael Nilsson (Varde) 33% 1,444
Jean van Erp (Buffalo) 33% 1,142
Davy van Havere (Deurne) 0% 0,894

GD-Rangliste Platz 3-Spieler:  
Manuel Rui Costa (Porto) 80% 1,592
Mehmet Aksoy (Gunduz) 66% 1,432
Jeffrey Jorissen (Buffalo) 66% 0,963
Can Capak (Gaziantepspor) 60% 1,504
Thomas Andersen (Varde) 33% 1,596
Ludo Dielis (Deurne) 33% 1,240
Richard Bitalis (Morangis) 25% 1,369
Brian Knudsen (Grondal) 1,220

GD-Rangliste Platz 4-Spieler: 
Joao Pedro Ferreira (Porto) 80% 1,326
Herman van Daalen (Buffalo) 66% 1,172
Gokhan Salman (Gaziantepspor) 60% 1,246
Jean Reverchon (Morangis) 50% 1,028
Josef Gijsels (Deurne) 33% 1,030
Ozcan Ozfidan (Gunduz) 33% 0,860
Allan Schroder (Varde) 33% 0,849
Lars Dunch (Grondal) 25% 1,037

Die Siegerehrung in Porto

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