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Billard Karambol - Dreiband - Bert's column (NED)

Jung und alt - Die Sensation zum Abschluß von New York

Gepostet von am 18. August 2016

Jung und alt - Die Sensation zum Abschluß von New York

Kozoom

Von BERT VAN MANEN

Ein Match um den 13. und 14.Platz ist in einem Turnierverlauf kein besonderes Highlight. Nicht besonders wichtig, oder gar aufregend. Wie sich bei den Verhoeven Open in New York herausstellen sollte, wurde das Match um diese hinteren Plätze das denkwürdigste Match der gesamten Turnierwoche im Carom Cafe und wird wohl für ein paar Jahrzehnte einen Platz in den Rekordbüchern haben.

Torbjörn Blomdahl verlor enttäuschend sein Achtelfinale gegen Eddy Merckx in 23/24 Aufnahmen mit 31:40. Für Haeng Jik Kim war das Rennen um den Turniersieg beendet, als er in der gleichen Runde von Frederic Caudron mit 40:19 in 16 Aufnahmen überfahren wurde. Im Platzierungsspiel steigerten sich der älteste Spieler (Blomdahl) und der jüngste (Kim) der KO-Runde noch einmal auf historisches Niveau. 

Die ersten beiden Tage verliefen schlecht für Haeng Jik Kim. Er beendete die erste Runde mit 1,296 GD, aber das Turnier ging für ihn mit 1,734 GD zu Ende. Blomdahl (gesetzt) spielte in der Halbfinal-Gruppe 1,704 GD und war nicht sonderlich zufrieden mit seiner Leistung. Am Ende kam er auf 1,856 GD und damit auch 2016 auf ein Niveau, auf dem sich nur wenige Spieler der Welt befinden.

Das passierte, als am letzten Tag die beiden Topspieler aufeinander trafen, und es nicht mehr um eine große Preisgeld-Differenz ging.

Das Protokoll im Spiel um Platz 13 und 14

Ja, das Match endete mit einem unglaublichen 40:35 in 9 Aufnahmen und einem kombinierten Durchschnitt von 4,167 GD. Damit ist dieses Match das fünftbeste der Billardgeschichte, wie man in der Tabelle sehr gut sehen kann. Natürlich sollte man ein solches Match auch danach beurteilen, in welchem Kontext es stattfand. Das Match von Florange 2008 zwischen Dick Jaspers und Torbjörn Blomdahl war ein Finale, das zwischen Caudron und Zanetti in Brandenburg 2013 ein Halbfinale. Das sind die Partien mit zweifellos größerer historischer Bedeutung.

Wenn man das Video dieser Begegnung in New York anschaut, dann wird man schnell feststellen, wie entspannt die Atmosphäre war. Beide Spieler mögen sich und der ehemalige Juniorenweltmeister Kim hat viel Zeit damit verbracht, Blomdahl am Tisch zu beobachten. Er weiß, wo er sein Wissen kostenlos abholen kann.

Alle Partien, bei denen beide Spieler zusammen einen kombinierten GD von mehr als 4,000 Durchschnitt erzielten

Am bedeutsamsten an diesem Match ist, dass Torbjörn Blomdahl als Verlierer der Partie einen Durchschnitt von 3,889 spielte. Das ist neuer Weltrekord und der höchste Durchschnitt, den jemals ein Verlierer erzielte. Ich bin nicht sicher, ob Torbjörn Blomdahl damit zufrieden sein wird, aber ein Rekord ist ein Rekord. Blomdahl hat bereits ein paar denkwürdige 3,000 Durchschnitte in seinem Lebenslauf. Tatsächlich war er der erste Spieler der Geschichte, der mit 3,000 Durchschnitt ein Match verlor. 1999 ging er gegen Raymond Ceulemans beim Crystal Kelly Turnier mit 39:50 in 13 Aufnahmen als zweiter Sieger vom Tisch. Beim EM-Finale von Florange 2008 war er nach zwei Sätzen bei 5,000 Durchschnitt angekommen und lag mit 0:2 Sätzen im Rückstand! Wie grausam ist das?

Alle Partien (auf 40 Punkte oder mehr), bei denen 3 Durchschnitt nicht zum Sieg reichte

Der erstaunlichste Verlierer-Durchschnitt stammt für mich von Frederic Caudron aus dem Jahr 2013. Caudron erzielte als Verlierer des Halbfinals in Brandenburg einen höheren Durchschnitt, als der Sieger Marco Zanetti. Möglich wurde dies, weil ohne Nachstoß gespielt wurde und Marco Zanetti die Partie in 12 Aufnahmen beendete (3,333). Caudron kam auf 37 Punkte bei nur 11 Aufnahmen (3,364).

Die Verhoeven Open 2016 benötigten den allerletzten Tag, um noch einen außergewöhnlichen Schlußpunkt zu setzen. Denn ohne diesen wäre es ein bisschen enttäuschend gewesen. Drei der besten Koreaner und Vietnamesen und außer Zanetti, Sánchez und Polychronopoulos alle europäischen Topstars vermochten es nicht, die ganz großen Leistungen zu zeigen. 

Mit viel Mut und Entschlossenheit gelang es BUry, das Turnier zu gewinnen. Gegen ihn zu spielen ist nicht leicht, er ist schwer zu schlagen. Seine Technik ist einwandfrei, seine Serien sind intelligent vorgetragen. Sein Spiel zeigt kaum Schwächen. Caudron und Jaspers schlug er nacheinander, was will man mehr verlangen? Aber er ist auch der Topspieler, den man nicht so gerne sieht, wenn man die Wahl zwischen verschiedenen Partien hat. Es macht einen schläfrig, so wie er es mit seinen Gegnern macht. 

Sein Sieger-GD von 1,542 ist nicht so schlecht. Allerdings gab es nicht weniger als 11 Spieler der letzten 16, die besser waren. Der beste Spieler gewinnt nicht immer ein Turnier, nicht im Dreiband!

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