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Billard Karambol - Dreiband - Europameisterschaft für Nationalmannschaften - Ankara (TUR)

Schweden Team Europameister; Deutschland strahlt mit Silbermedaille

Gepostet von am 19. Februar 2022

Schweden Team Europameister; Deutschland strahlt mit Silbermedaille

© Kozoom
Das Podium der Team EM im Dreiband: Deutschland, Schweden, Spanien, Türkei (v.l)

Torbjörn Blomdahl und Michael Nilsson haben für Schweden den Team-Europameistertitel im Dreiband geholt. Im Finale besiegte das Dreikronenteam die deutsche Vertretung mit Ronny Lindemann und Cengiz Karaca mit zwei Einzelsiegen. Deutschland wurde für seinen Kampfgeist im Viertel- und Halbfinale mit dem Endspielticket belohnt und holt nach einer gefühlten Ewigkeit endlich mal wieder eine internationale Team-Medaille. Lindemann und Karaca waren im Finale keineswegs chancenlos, mussten aber anerkennen, dass die Schweden mit ihrer unheimlichen internationalen Erfahrung einfach ein bisschen stärker waren.

Ronny Lindemann unterlag Torbjörn Blomdahl mit 33:40 in 28 Aufnahmen und Cengiz Karaca musste sich nach 22 Aufnahmen und 34:40 Michael Nilsson geschlagen geben.

Gemeinsam auf dem dritten Platz landeten Spanien und Gastgeber Türkei. Für Deutschland ging mit dieser Medaille ein Traum in Erfüllung, den sich zuvor kaum einer auszusprechen getraute. Angetreten ohne Martin Horn, der sich auf den Weltcup an gleicher Stelle vorbereitete, war man mit Zielstellungen vorsichtig. Die Gruppe zu überstehen sollte schon gelingen und dann mal schauen, gegen wen es geht. Doch spätestens seit heute weiß man, dass die beiden viel, viel mehr können und das das System auch viel, viel mehr möglich macht. Und es ist ein gerechtes System, denn wenn zwei Einzelpartien an die eine und andere Mannschaft gehen, muß es eine Entscheidung geben. Diese kann nicht der erspielte Durchschnitt sein, sondern es muß eine Art Verlängerung geben. Dies wurde mit dem 15 Punkte Scotch-Double Satz geschaffen und diesen beherrschen die Deutschen wie kein anderer.

Im Viertelfinale war es Belgien 1, die das zu spüren bekamen. Cengiz Karaca kann zum richtigen Zeitpunkt alles aus sich rausholen und Ronny Lindemann ist so cool, das es einem manchmal Angst und Bange wird. Zusammen haben die beiden ein traumhaftes Turnier gespielt und das im Vorfeld der wichtigen Heim-WM in Viersen, bei der Martin Horn ins Team zurückkehren wird.

Das Halbfinale gegen Spanien heute morgen war noch dramatischer als das Viertelfinale gegen Belgien. Zunächst war Ronny Lindemann chancenlos gegen Dani Sanchez, der in 19 Aufnahmen mit 40:15 gewann. Als das Match beendet war, stand es am Nebentisch 28:23 für Karaca. Bei Spaniens Nummer 2 Ruben Legazpi klappte nicht viel und man konnte nur hoffen, dass es für den Deutschen reichen würde. Doch dann kam der Spanier immer besser zurecht und überholte schließlich Karaca. Dann stand es nach 33 Aufnahmen plötzlich 35:31 für Legazpi und man wünschte Karaca dringend noch ein paar Chancen. In der 34.Aufnahme schaffte Karaca tatsächlich den Ausgleich zum 35:35. Legazpi verpasste einen durchaus machbaren Ball und der deutsche Vizemeister verwandelte wie im Rausch die restlichen 5 Punkte zum Sieg. Damit hatte Deutschland das Teilziel Verlängerung erreicht und wusste, dass die Karten nun völlig neu gemischt werden. 

Im Entscheidungssatz waren die Spanier zunächst tonangebend. Schnell waren sie den Deutschen entschwunden, die erst spät ins Spiel zurück fanden. Doch dann waren sie wieder dran und nach 6 Aufnahmen stand es 13:12 für die Spanier. Legazpi beriet sich mit Sanchez und löste dann einen schweren Ball. Spanien hatte Matchball und Sanchez war am Zug. Ein relativ einfacher Vierbänder, doch der wurde zu kurz und Deutschland war weiter im Spiel. Nun löste Karaca zunächst sicher den 13 Punkt, Lindemann den 14. Punkt und dann hatte Karaca Matchball. Schnell hatte er die richtige Lösung, Vollgas und das war´s. Deutschland gewann mit 15:14 und stand damit im Finale. 

Für Cengiz Karaca gab es kein Halten mehr. Er brüllte, dass man fürchten musste, er würde sich oder andere verletzen. Die ganze Anspannung brach aus ihm heraus und es war eine Freude, die beiden jubeln zu sehen. Was für eine Nervenstärke von beiden und der verdiente Einzug in das EM-Finale.

Das zweite Halbfinale gewann Schweden mit zwei Einzelsiegen und 1,904 MGD. Torbjörn Blomdahl besiegte Tayfun Tasdemir in 16 Aufnahmen mit 40:33 und Michael Nilsson gewann ebenfalls mit 40:33 in 26 Aufnahmen gegen Lütfi Cenet.

Im Finale versuchten die Deutschen alles, aber vermutlich waren sie tatsächlich etwas geschwächt durch das nervenaufreibende Halbfinale. Letztlich gehen die Glückwünsche zum Titel an die siegreichen Schweden, aber die deutsche Silbermedaille glänzt genauso schön.

Spanien mit Dani Sanchez (hinten) und Ruben Legazpi

ENDKLASSEMENT (TOP 10)

1. Schweden 1 10 - 1,417 - 10

2. DEUTSCHLAND TEAM D1 Ronny LINDEMANN/Cengiz KARACA
          7 - 1,243 - 11

3. Spanien 1 6 - 1,730 - 13
3. Türkei 1 6 - 1,604 - 15
5. Belgien 1 3 - 1,661 - 15
6. Türkei 2 3 - 1,276 - 9
7. Griechenland 1 2 - 1,286 - 8
8. Spanien 2 3 - 1,317 - 9

9. Deutschland TEAM D2 Lukas STAMM/Tom LÖWE
          2 - 1,191 - 7

10. Österreich 1 2 - 1,067 - 6

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