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Das Spiegel Neuronen System des Gehirns

Gepostet von am 8. November 2011
Das Spiegel Neuronen System des Gehirns

© Divyam Ruth Täschler
Ob zwei Hände es besser machen???

"Das Spiegel Neuronen System des Gehirns" oder:
"Der Grund warum dein 5er Reihen Block so unterirdisch ist"

 

Hast du dich jemals gefragt warum dein 5er Reihen Block so scheiße ist? Ich meine, wirklich scheiße? Warum du jedes mal zur Wand fährst wenn dein Gegner ins Feld passt und umgekehrt, obwohl du dir tausend mal geschworen hast das nächste mal BLEIBST DU STEHEN? Oft ertappe ich mich im Spiel bei dem Gedanken dass ich wohl hundert mal besser blocken würde wenn ich einfach die Augen zumache. Nun ja, wie es aussieht hätte ich das besser mal gemacht...

Wissenschaftler des Cognitive, Perceptual and Brain Sciences Research Department, University College London sind womöglich über den Grund gestolpert warum Tischfußballer auf der ganzen Welt ihren 5er Reihen Block als das nutzloseste Werkzeug in ihrem Sortiment bezeichnen. Wie die Autoren des Artikels herausfanden, tendieren Spieler in Stein-Schere-Papier dazu die Bewegungen ihrer Gegner zu imitieren (Cook et. al 2011), woraus sich eine höhere Anzahl an Unentschieden ergibt als man statistisch erwarten würde. Verantwortlich dafür sind die sogenannten Spiegel Neuronen in unserem Gehirn. Und ob wir wollen oder nicht, sie zwingen uns dazu Bewegungen anderen Menschen nachzuahmen. Aber was hat das jetzt mit Kickern zu tun? Man muss sich nur
vorstellen der Gegner fährt mit seiner 5er Reihe ins Feld um dich von der Bande wegzulocken. In diesem Moment sorgen deine Spiegel Neuronen dafür dass du seiner Puppe folgst wie ein Lemming über die Klippe und damit das Loch frei machst durch das nur einen Wimpernschlag später der Ball gerollt kommt. Diese kleinen Neuronen Bastarde.

Wofür brauchen wir die überhaupt? Wissenschaftler glauben dass das imitieren anderer Leute gerade für Kleinkinder wichtig ist um Bewegungen neu zu erlernen, aber auch im normalen sozialen Umgang hat es seine Bedeutung. Bislang ungeklärt bleibt ob diese so genannte automatische Imitation bewusst verhindert werden kann wenn ihre Auswirkungen schädlich für uns sind. Und schädlich sind sie für uns... Doch es gibt Hoffnung für uns: Die Autoren des Artikels glauben dass es möglich ist den unterbewussten Drang andere Menschen zu imitieren zu überkommen und sich damit von der Plage zu befreien Sätze lang nicht mal in der Nähe eines Balles gewesen zu sein.

Aber für alle Tischfußballer die dazu nicht in der Lage sind und auf den gleichen alten Fake immer und immer wieder rein fallen hält die Studie einen Tipp bereit: Statistisch erwartete Ausgänge im Stein-Schere-Papier können erzielt werden wenn beiden Gegnern die Augen verbunden werden. Wenn ihr euch also inmitten eines Spiels wiederfindet in dem ihr keinen einzigen Ball blockt. Macht um Himmels willen die Augen zu!


Referenzen:

Proceedings of the Royal Society: Biological Sciences (2011): Automatic imitation in a strategic context: players of rock–paper–scissors imitate opponents' gestures. Richard Cook, Geoffrey Bird, Gabriele Lünser, Steffen Huck and Cecilia Heyes

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