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Tech-talk: Der Kurbler
Epische Schlacht: Kurbler-Joe gegen Rob Atha bei der P4P DM 2004
Kurzbeschreibung
Beim Kurbler wird der Ball vorne unter der Stange geklemmt und der Griff in der Hand gehalten. Das wie ist dabei relativ vernachlässigbar, einen Kurbler bringt man immer heraus. Um zu kurbeln wird der Arm nach oben gerissen, so dass der Griff und damit die Puppe rotiert und den Ball nach einem Überschlag trifft. Jetzt muss die Hand schnell wieder an den Griff, denn nach einer weiteren Umdrehung muss die Puppe wieder stoppen, sonst bekommt man ein Foul moniert. Entgegen der üblichen Meinung ist dieses kurze Loslassen des Griffes sowohl nach P4P wie auch nach ITSF – Regeln erlaubt. Die Technik mit dem Daumen Kontakt zum Griff zu behalten verlangsamt daher nur den Schuss, regelkonformer wird er dadurch allerdings nicht. Vorausgesetzt natürlich, man vergleicht ihn mit einem sauber ausgeführten Kurbler und nicht mit der häufig demonstrierten Windmühle. Um dem Schuss Richtung zu verleihen wird der Ball vor dem Kurbeln nach links oder rechts gezogen.
Das Angriffspotential
Hier muss man hart bleiben. Von den zweifelsfrei sinnvollen Kurblern aus dem Pinshot System um den Ball schnellstmöglich geradeaus ins Tor zu befördern soll hier nicht die Rede sein. Hier geht es um die wahren Freaks, die Masochisten unter den Tischfußballern, die sich ausschließlich des Kurbelns bedienen um zu Toren zu kommen. Zugegeben gibt es davon nicht mehr viele - die Top 100 sollte man tunlichst meiden wenn man auf einen Stoßen möchte - ja ich fürchte sogar, dass sie kurz vor dem Aussterben stehen. Es ist aber auch ein unnützes Ding dieser Kurbler: So schnell wie mit einem Jet kann man damit sowieso nie werden, bei langen Schüssen muss man auf Grund des fehlenden Gegenzugs gezwungenermaßen ins Eck streuen und ein harter Schuss ist dank der Anatomie des Schusses bereits von vornherein unmöglich. Die Kraftausdrücke "brachial" oder "reinhämmern" werden nicht ohne Grund nie in Zusammenhang mit dem Kurbler genannt. Es wurde schlichtweg noch nie ein brachialer Kurbler ins Eck gehämmert. Etwas Boden macht der Kurbler bei den Zwischenlängen gut, die können ansatzlos in jeder gewünschten Länge präzise gespielt werden und auch das schnelle Wandern und Wechsler gehen leicht von der Hand. Trotzdem Note 5 für die Sturmqualitäten.
Die Zweierreihe
In der Abwehr schafft es ein reines Kurbler System etwa auf die Effektivität eines Jets... juhu. Im Einzel kann man durch die leicht schrägen Schüsse und die starren Abwehrreihen zwar noch etwas mehr rausschlagen, aber ohne Zusatzoptionen ist auch hier schnell Schluss. Mit zugekniffenen Augen gerade noch eine 4.
Die Multitable Tauglichkeit
Zwar ist der Kurbler, ähnlich wie der Jet auf nahezu jedem Tisch spielbar, aber was hilft einem das wenn man schon auf dem Heimtisch keine Tore damit schießt. Trotzdem Note 2 für die Multitable Tauglichkeit.
Der Style Faktor
Nicht mal beim Stylefaktor kann der Kurbler punkten, hier reiht er sich sogar noch hinter dem Jet, dem Buhmann der Nation ein! Beherrscht man den Kurbler schlecht wird man im besten Fall noch belächelt. Beherrscht man ihn aber gut sollte man sich schonmal ein dickes Fell zulegen. In Sachen Konfliktpotential liegt der Kurbler nämlich ausnahmsweise mal ganz weit vorne. Besonders in der Kneipe möchte man dem alkoholisierten Rocker der einen gerade des Drallerns bezichtigt nicht die "360° vor und nach einer Ballberührung" - Regel erklären müssen. Note 6.
Fazit
Außer als Option für andere Systeme oder einen schnellen Überraschungsangriff sollte der Kurbler nur im Daddelbereich Anwendung finden, die Effektivität ist für den Einsatz im Turnier einfach zu gering. Gesamtnote 4-
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