Kozoom Seiten
Registrieren oder
login
Hilfe
Deutsch German

Nachrichten Tischfußball

 

Tischfußball - Other - Kozoom News - ()

Tech-talk: Jet

Gepostet von am 18. Oktober 2011
Tech-talk: Jet

© Divyam Ruth Täschler
hat einen der härtesten Jets: Andreas Esterbauer

Der Jet

Kurzbeschreibung

Anstatt ihn in der Hand zu halten wird beim Jet das Handgelenk an den Griff geführt. Der Ball liegt dabei bereits vorne geklemmt unter der Puppe. Durch bewegen des Armes wird der Ball seitwärts beschleunigt, die Puppe überholt den Ball und an der gewünschten Stelle stoppt die Figur. Der Spieler wartet bis der Ball unter die Puppe gerollt ist und dreht die Stange durch hochreißen des Armes um 360° wodurch der Ball ins Tor geschossen wird. Der Griff wird in der Hand gefangen um die Rotationsbewegung zu stoppen.

 

Das Angriffspotential

Zeit mit einem mancherorts verbeitetem Irrtum aufzuräumen. Der hier vorgestellte Schuss wurde nicht nach seiner Düsenflieger- artigen Geschwindigkeit, sondern nach seinem Erfinder Hans-Friedrich „Frieda“ Kircher benannt. Kircher, der Aufgrund der ständig zur Schau gestellten gelben Jet-Tankstellen Mütze einfach nur „Jet“ genannt wurde, steckte anfangs der 70er Jahre in der für Kickerspieler höchst unangenehmen Situation sich seine rechte Hand verletzt zu haben. Um dennoch erfolgreich Tore schießen zu können erfand er kurzer Hand einen neuen Schuss, bei dem er statt der Hand den Unterarm benutzte. Damit hatte Kircher eine wahre Revolution im Tischfußball ausgelöst die ihren Höhepunkt gerade in Deutschland noch lange nicht erreicht hat. Der seltsame Schuss wurde mangels passenden Namens ganz einfach nach seinem Erfinder benannt, nämlich Jet. Auch heute noch versucht dieser den Spielern etwas Gutes zu tun indem er versucht sie mit seinem Knochen zerschmetternden Händedruck zu einem Umstieg auf die Unterarm-Technik zu bekehren. Selbst feiert Kircher noch heute große Erfolge im Seniorenbereich, in welchem er im letzten Jahr die ITSF Einzel- und Doppelrangliste anführte.

Jetzt aber genug geplaudert, kommen wir zum wesentlichen: Positiv bzw. negativ sollte inzwischen jedem bereits aufgefallen sein, dass der Jet in relativ kurzer Zeit zu einer recht beachtlichen Geschwindigkeit erlernbar ist. Konstanz und Präzision ist dabei allerdings nicht inklusive, weshalb man in diesem Stadium auch gerne vom „optimistischen Neulingejet“ spricht: draufhauen und hoffen dass er reingeht. Gerade diesem Stadium verdankt der Jet viel Missgunst worauf später im Style-Teil noch detailliert eingegangen werden soll. Mit mehr Übung folgt aber zunehmens auch Präzision und Konstanz, durch die leichte Wackelbewegung auf dem Ball ist der Abschusszeitpunkt fast unmöglich zu erkennen, weshalb spätestens dann ein guter Jet nahezu unmöglich auf Reaktion zu halten ist. Zudem können kurze Schüsse in der gleichen brachialen Geschwindigkeit gespielt werden wie längere, was besonders bei den aufkommenden Lang-Systemen einen entscheidenden Vorteil gegenüber dem Pinshot bietet. Woher dieser Vorteil kommt erklärt sich leicht aus der Mechanik des Schusses: Um eine Ausholbewegung auszuführen muss der Ball nicht komplett überholt werden, das wurde durch das Anlegen des Handgelenks an den Griff bereits erledigt. Damit gewinnt man Zeit durch die man sich ein schnelles Beschleunigen der Stange auch bei kurzen Schüssen erlauben kann. Rein von der Mechanik her betrachtet ist der Jet damit der effektivste Schuss, aber wie sieht es mit anderen Dingen aus? Wandern lässt sich mit ein wenig Übung auch mit dem Jet beherrschen, auch wenn es definitiv schwieriger ist als aus einer normalen Handhaltung. Schräge Stupser fallen allerdings weg. Durch die pure Geschwindigkeit des Jets ist das aber auch nicht wirklich nötig. Es gilt nicht Löcher aufzureißen, sondern in offene Löcher reinzuschießen und das geht mit keinem Schuss besser als mit diesem. 1+ für das Angriffspotential des Jets.

 

Das Rausspiel

Auch im Rausspiel läuft bei Frieda alles über den Jet, aber hier hätte er seinen Enthusiasmus besser etwas im Zaum gehalten. Wer sich von diesem Rausspiel Tore einfängt gehört dringend in die Deckungsschule, denn wer es noch nicht mitbekommen hat, die Dinger kommen alle GERADE! Nicht mal auf schräge Pässe muss man im Doppel achten! Die sind nämlich noch schwerer zu spielen als die murksigen Banden die zwischenzeitlich einen Versuch starten über die gegnerische Fünf hinauszukommen. Es überkommt einen geradezu ein Gefühl der Erleichterung wenn der Gegner in der Verteidigung das Handgelenk zum Griff führt, uneffektiver kann es ab diesem Zeitpunkt nicht mehr werden. Viel Glück an die bzw. den Nachahmer, du hast noch einen weiten Weg vor dir. Note 6 für das Jet – Rausspiel.

 

Die Multitable Tauglichkeit

Wer es noch nicht mitbekommen hat, an der Spitze der ITSF – Weltrangliste wimmelt es nur so von Jet-Schützen. Das kommt nicht von ungefähr. Nicht nur ist der Jet ein effektiver, gut erlernbarer Schuss, er lässt sich auch auf andere Tische leicht übertragen. Während wir noch etwas Umstellungsprobleme haben wenn wir von unseren klebrigen Bällen auf den harten Tornado wechseln, hauen uns die Amis bei ihren gelegentlichen Besuchen dermaßen die Bälle um die Ohren, dass man den Eindruck gewinnt sie hätten noch nicht mitbekommen dass sich das Spielgerät geändert hat. Lediglich Bonzini, auf dem man nach den ersten Jets unweigerlich nach oben schaut um zu sehen welcher Idiot gerade die Stange festgehalten hat, bereitet manchen Spielern Probleme bei der Umstellung. Trotzdem verdient der Schuss die Note 1 im Bereich Multitable.

 

Der Style Faktor

Hier spaltet sich das Land in zwei Lager: Während sich die einen an der rohen Gewalt des Jets ergötzen, verachten die anderen den Schuss wegen der „so nicht vorgesehenen“ Griffhaltung per Handgelenk geradezu. Sogar eigene Namen wie Affenschuss oder Unterarmgewürge wurden extra erfunden um dem eigenen Unmut kundzutun. Zudem sei der Schuss viel zu leicht zu lernen und überhaupt könne den ja jeder. Ob es nun verletzte Kickerehre, Neid oder tatsächlich optische Bedenken sind die manch einer hegt, Fakt ist dass man sich in Deutschland mit einem Jet nicht überall Freunde macht.

Beim lockeren Kneipengedaddel erntet man ebenfalls wenig Applaus wenn man einen Abend lang stumpf jeden Gegner mit harten Jets von der Platte fegt. Auf normalem Kneipenniveau werden die Ecken nämlich von Natur aus nicht präventiv, sondern nur auf Reaktion gedeckt. Diese sollten von daher nicht allzu schnell angespielt werden, sonst ist er nämlich einfach drin der Ball. Und außer einem selbst will das ja keiner. Nur eine 3+ für den Stylefaktor.

 

Fazit: Im Angriff Top, sonst Flop: Mechanisch stellt der Jet im Sturm die höchste Stufe der Evolution dar: Schnell, hart, präzise und auf jedem Tisch einsetzbar. Dafür sollte man sich für die Abwehr und die Kneipe schleunigst nach anderen Techniken umsehen. Deswegen die verhältnismäßig schlechte Gesamtnote 2-3.

Zurück zu allen Nachrichten

Kommentare

kickerclub deggendorf
kickerclub deggendorf
Jet
Es werden immer wieder Aussagen getroffen, dass der Jet nur zu geraden Schüssen führt und nur auf der Dreier brauchbar ist. Diese Aussagen sind falsch. Mit dem Jet sind alle schrägen Schüsse zu spielen. Dass dies auf der Dreier das Angriffspotential des Schusses erheblich steigert, ist klar.
Herbert Hiller, Kicker-Club Deggendorf

Message 1/1 - Veröffentlichen in 08/01 à 11:10

 

Poste neuen Kommentar

Einloggen oder jetzt registrieren um einen Kommentar zu hinterlassen

Forgot your password?

Sie haben noch keinen Account?

Jetzt kostenlos anmelden um Kommentare zu schreiben, deine Fotos hinzuzufügen, im Forum teilzunehmen und den exklusiven Newsletter zu erhalten.

Dann kannst du einen Premium Pass für vollen Live- und Video-Zugang erhalten.

Kozoom beitreten