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Billard Karambol - Dreiband - LG U-Plus Cup 3-Cushion Masters - Seoul (KOR)

Der Wolf Zanetti schnappt sich seine 60.000 € Beute

Gepostet von am 8. September 2017

Der Wolf Zanetti schnappt sich seine 60.000 € Beute

Kozoom Korea
Der italienische Wolf Marco Zanetti gewinnt Titel und die größte Börse im Welt-Dreiband

SEOUL - Mit seinen 55 Jahren ist Marco Zanetti, der italienische Wolf, im Sommer seines Lebens. Sein Sieg im höchsten Preisgeldturnier der Welt, dem LG U + Cup in Seoul, markierte die eindrucksvolle Rückkehr des „alten Mannes“ in die Spitze. In der KO-Phase musste Zanetti, um zu gewinnen, sowohl Dick Jaspers, als auch Frederic Caudron schlagen. In seinem letzten Match gegen den relativ unbekannten, aber überraschend starken Koreaner Jin-Pyo Hong lagen ihm sogar die heimischen Fans zu Füßen. Marco war der unumstrittene Star in Seoul. Nicht so oft in der Vergangenheit, zeigte er eine derartige starke Kombination aus Vertrauen und Kampfgeist. Die Zuschauer bewunderten nicht nur seine Billard-Fähigkeiten. Auch sein Charisma und sein Temperament wurde von den Koreanern sehr geschätzt.

Sein zweiter großer Erfolg in diesem Jahr, nach dem EM-Titel in Brandenburg, gibt Zanetti endgültig einen Platz unter den ganz Großen dieser Ära. Sein aktuell dritter Platz in der Weltrangliste ist ebenfalls höher als seit vielen Jahren und bestätigt, das seine Karriere noch lange nicht dem Ende zugeht. Richtig viel Geld stand bei dieser Veranstaltung auf dem Spiel und setzte die Spieler zusätzlich unter Druck. Marco Zanetti blieb ruhig und hielt den Angriffen von Jaspers, Caudron und den koreanischen Assen Choi und Heo stand. Der große Scheck über 60.000 € ist der gerechte Lohn für einen Spieler, der irgendwann einmal als klassischer Spieler begann und nun einer der weltbesten Dreibandspieler ist. Zwei Weltmeistertitel, viele erstklassige Platzierungen bei Weltcups, EM-Titel und Siege bei hochkarätigen Turnieren (Agigpi, Lausanne) konnten seinen Hunger nach neuen Herausforderungen nicht stillen. Er war kurz davor, seinen World Games Titel von 2013 zu wiederholen und wurde im Finale durch eine weitere Ikone unseres Sports, Dani Sanchez, geschlagen.

Seine großartige Form zeigte sich bereits fürh im Seoul-Turnier. Zanetti spielte nach einem Sieg und einem Unentschieden gegen die beiden starken Koreaner Sung-Won Choi und Jung-Han Heo den besten Durchschnitt der Vorrunde (2,622). Nur Dick Jaspers gewann gegen den späteren Sieger und sicherte sich damit den Gruppensieg vor Zanetti. Im Viertelfinale allerdings kam die Rache des Italieners mit 40:34 in 14 Aufnahmen. (2,857/2,429). Frederic Caudron (Sieg über Nikos Polychronopoulos 40:28 in 15), Torbjörn Blomdahl (Sieg gegen Titelverteidiger 40:33 in 26) und Jin-Pyo Hong, die Turnier Überraschung, (Sieg gegen Dong Koong Kang 40:33 in 17), waren die übrigen Halbfinalisten.

Und wie schon bei der Europameisterschaft, erwies sich Zanetti als Angstgegner für Frederic Caudron. In Brandenburg gewann der Italiener mit 40:14 in 11 Aufnahmen. Im Seoul-Halbfinale war sein Niveau ungefähr genauso beeindruckend. Zanetti eröffnete gleich mit 9 Punkten und packte die Knock-out Serie von 18 Punkten gleich in der 6.Aufnahme noch obendrauf. Damit egalisierte er auch die bisherige Turnierhöchstserie von Torbjörn Blomdahl. Die 33:10 Führung war eindeutig zuviel für Caudron, der am Ende in 12 Aufnahmen mit 19:40 das Nachsehen hatte.

Jin-Pyo Hong bezwang im zweiten Halbfinale eine weitere europäische Legende. Der 31-jährige Koreaner, verheiratet und Vater eines Kindes, nimmt mitunter am Weltcup teil und liegt im Welt-Ranking aktuell auf Platz 74. Er erhielt einen Startplatz, weil er auch im vergangenen Jahr gut spielte und erst im Halbfinale vom späteren Sieger Choong Bok Lee gestoppt wurde. Torbjörn Blomdahl, der in der Gruppenphase sein bestes Match in 8 Aufnahmen mit einer 18er Serie spielte, hatte nach dem kleinen Rückstand von 21:25 immer noch Hoffnung. Zwei weitere Serien von Hong mit 8 und 6 zerstörten aber auch diese und Blomdahl verlor mit 40:21 in 22 Aufnahmen.

Das Finale war aufgrund der Überlegenheit des Italieners wenig spannend. Interessant war unter anderem die Chance auf den GD-Weltrekord, den Zanetti am Ende minimal verpasste. Der Italiener ging schnell in Führung (14:4, 20:11 und 25:15). In der 15.Aufnahme verpasste Zanetti dann seinen ersten Matchball, den er nach einer 9er Serie erreichte. Bereits einen Durchgang weiter war das Match vorbei und Zanetti hatte mit 40:19 in 16 Aufnahmen gewonnen.

Die Preisgeld-Verteilung

1. Marco Zanetti
60.000 € - Zanetti spielte 2,736 GD. Dies ist das viertbeste jemals erreichte Turnierresultat. Die Bestmarken vor ihm wurden allesamt im Weltcup erreicht. Blomdahl und zweimal Sanchez spielten 5 Partien und gewannen das Turnier. Zanetti spielte 6 Partien und verlor einmal und spielte ein Unentschieden.

2. Jin-Pyo Hong
30.000 € - Für den jungen Koreaner ein großer Zahltag, vielleicht der größte in seiner Karriere

3. Frederic Caudron und Torbjörn Blomdahl
15.000 € für jeden - Blomdahl erhielt zusätzlich noch 3.000 € für den Gruppenzweiten und eine Prämie für die Höchste Serie. Zusammen kommt der Schwede damit auf fast 20.000 € und das mit 2 gewonnenen Partien. Jeremy Bury, der auch zweimal gewann, geht dagegen komplett leer aus. 

5. Dick Jaspers, Dong Koong Kang, Choong-Bok Lee, Nikos Polychronopoulos
7.500 € für jeden

Große Emotionen von Marco Zanetti während des Endspiels

Beginn des großen Finales

Zuvor eine große Schlange am Ticketschalter

Organisatoren und Sponsoren

Ein weiterer Star im koreanischen Dreiband. Großer Zahltag auch für Jin-Pyo Hong

Die beiden Dritten Torbjörn Blomdahl und Frederic Caudron

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